Die Severer

Die severische Dynastie regierte das Römische Reich von 193 bis 235 n. Chr. und markierte eine bedeutende Phase der römischen Kaiserzeit. Ihren Ursprung nahm sie mit Septimius Severus, der sich im Bürgerkrieg von 193 gegen seine Rivalen durchsetzte und eine neue Dynastie begründete.

Die Severer stützten ihre Herrschaft stark auf das Militär und versuchten zugleich, ihre Macht durch familiäre Verbindungen und politische Inszenierung zu legitimieren. Unter ihren Kaisern erlebte das Reich sowohl Zeiten von Stabilität und Expansion als auch innere Konflikte, die schließlich zum Ende der Dynastie führten.

Auf der folgenden Seite wird diese Dynastie überblickend erklärt 🙂

Vierkaiserjahr

Nach dem Tod des Kaisers Commodus im Jahr 192 n. Chr. geriet das Römische Reich erneut in einen Machtkampf. Im sogenannten zweiten Vierkaiserjahr 193 n. Chr. kämpften mehrere Männer um den Kaiserthron: Pertinax, Didius Julianus, Septimius Severus und Pescennius Niger.

Am Ende setzte sich Septimius Severus gegen seine Rivalen durch. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie aus Leptis Magna in Nordafrika und begründete mit seiner Machtübernahme die severische Dynastie, die das Römische Reich bis 235 n. Chr. regieren sollte.


Der neue Kaiser

Nach seinem Sieg über seine Rivalen ließ sich Septimius Severus 193 n. Chr. zum Kaiser ausrufen und setzte sich in den folgenden Jahren endgültig gegen seine Gegner durch. Seine Herrschaft stützte er vor allem auf das Militär, das er stärkte und für seine Macht absicherte. Gemeinsam mit seiner Frau Iulia Domna baute er eine neue Kaiserdynastie auf.

Seine beiden Söhne Caracalla und Geta wurden früh in die Herrschaft einbezogen. Beide erhielten den Titel Caesar und wurden damit zu designierten Nachfolgern. Später erhob Septimius Severus beide zu Augusti, sodass sie nach seinem Tod 211 n. Chr. gemeinsam das Römische Reich regierten.

Herrschaft der Brüder

Die gemeinsame Herrschaft der Brüder war jedoch von starken Konflikten geprägt. Bereits wenige Monate nach dem Tod ihres Vaters ließ Caracalla Geta ermorden und übernahm die alleinige Herrschaft.

Unter Caracalla wurde die Armee weiter gestärkt und 212 n. Chr. mit der Constitutio Antoniniana fast allen freien Bewohnern des Reiches das römische Bürgerrecht verliehen. Gleichzeitig war seine Herrschaft von Gewalt, politischer Härte und militärischen Auseinandersetzungen geprägt.

Im Jahr 217 n. Chr. wurde Caracalla während eines Feldzuges in Mesopotamien ermordet. Mit seinem Tod endete die direkte Herrschaft der Söhne des Septimius Severus, die severische Dynastie bestand jedoch noch bis 235 n. Chr. fort.


Die späten Severer

Elagabal (218–222)

Nach der Ermordung Caracallas kam zunächst Macrinus an die Macht. Doch schon 218 n. Chr. wurde der erst 14-jährige Elagabal zum Kaiser ausgerufen. Eigentlich hieß er Varius Avitus Bassianus und stammte aus einer syrischen Familie. Über seine Großmutter Iulia Maesa war er mit der severischen Familie verbunden. Um seinen Anspruch auf den Thron zu stärken, wurde er als angeblicher unehelicher Sohn Caracallas dargestellt.

Elagabal stieß bei vielen Römern und besonders im Senat auf Ablehnung. Er hielt an seinen syrischen Traditionen fest und versuchte, den Kult des syrischen Sonnengottes Elagabal im Römischen Reich zu stärken. Auch sein persönliches Verhalten und seine politischen Entscheidungen sorgten für große Kritik.

Seine Großmutter Iulia Maesa versuchte deshalb, seine Herrschaft abzusichern. Elagabal adoptierte auf ihren Einfluss hin seinen Cousin Severus Alexander und machte ihn zu seinem Nachfolger. Das Verhältnis zwischen den beiden verschlechterte sich jedoch zunehmend.

Im Jahr 222 n. Chr. wurde Elagabal zusammen mit seiner Mutter ermordet. Anschließend übernahm sein Cousin Severus Alexander den Kaiserthron.

Severus Alexander (222-235)

Nach dem Tod Elagabals bestieg Severus Alexander im Jahr 222 n. Chr. den Kaiserthron. Er war zu diesem Zeitpunkt erst 13 Jahre alt, weshalb zunächst vor allem seine Mutter Iulia Mamaea großen Einfluss auf die Regierung ausübte.

Seine Herrschaft wurde zunehmend als schwach wahrgenommen, besonders angesichts der Konflikte an den Grenzen des Römischen Reiches. Sowohl im Osten gegen die Sassaniden als auch an der germanischen Grenze kam es zu militärischen Auseinandersetzungen.

Die Unzufriedenheit innerhalb des Militärs wuchs und führte schließlich zu einem Aufstand. Im Jahr 235 n. Chr. wurden Severus Alexander und seine Mutter ermordet. Anschließend übernahm der Soldat Maximinus Thrax die Macht. Mit ihm begann eine neue Phase der römischen Geschichte, die später als Soldatenkaiserzeit bezeichnet wurde.